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Ich hatte zwei Stunden für den Besuch des Dogenpalastes eingeplant, aber es wurden etwa drei daraus. Die Warteschlange am Eingang hat rund vierzig Minuten gedauert, obwohl ich um neun Uhr morgens da war. Drinnen gibt es mehrere Routen, und wenn man die Hauptroute nimmt, schafft man es in etwa eineinhalb Stunden. Aber ich bin noch durch die Gefängniszellen über die Seufzerbrücke gegangen, und dort gibt es separate Räume mit der Geschichte der Gefangenen.
Mir schien es sinnvoll, einen Audioguide zu nehmen. Der kostet ein paar Euro extra, dafür erzählt er über jeden Raum detailliert. Ohne ihn wäre ich einfach mit den Augen über die Decken und Gemälde gehuscht, so aber habe ich verstanden, wer wo getagt hat und welche Entscheidungen getroffen wurden. Es gibt auch die Geheimen Routen, da wird man in Gruppen nach vorheriger Anmeldung reingelassen, und das fügt nochmal eine Stunde zur Gesamtzeit hinzu.
Wenn du alles in Ruhe sehen willst, ohne Durchhetzen, plane mindestens zweieinhalb Stunden reine Zeit drinnen plus Warteschlange ein. Ich bin müde, aber zufrieden rausgegangen.
Was genau Interessantes befindet sich im Inneren des Dogenpalastes? Ich habe gelesen, dass es dort irgendwelche Säle und Gemälde gibt, aber ich möchte konkreter verstehen – worauf man achten sollte, was man nicht verpassen darf. Wir fahren zum ersten Mal hin und kennen uns in Kunst nicht besonders gut aus.
Wolfgang
Mir haben eine Stunde zwanzig gereicht, weil ich gezielt den Saal des Großen Rates und die Goldene Treppe anschauen wollte. Habe mich nicht mit Kleinigkeiten verzettelt, bin einfach den Weg gegangen, der mit Pfeilen markiert ist. Audioguide habe ich nicht genommen, habe die Schildchen auf Englisch bei den Exponaten gelesen. Warteschlange gab es überhaupt keine, weil ich das Ticket online mit fester Eintrittszeit für elf Uhr vormittags an einem Mittwoch gekauft hatte. Wenn dich nur die Architektur und die Hauptsäle interessieren, reicht eine knappe Stunde. Aber wenn du gerne die Geschichte jedes Raumes durchliest, können auch drei Stunden nicht ausreichen.
Ich war mit einer deutschsprachigen Führung unterwegs, die Gruppe hatte etwa zwölf Leute. Die Führerin hat sehr lebendig erzählt, hat Details an den Wänden gezeigt, die ich alleine niemals bemerkt hätte. Wir haben ungefähr zwei Stunden gebraucht, vielleicht etwas mehr, weil sie bei der Sala del Maggior Consiglio länger geblieben ist und über die Intrigen der Dogen erzählt hat. Mir hat gefallen, dass ich nicht überlegen musste, wo es weitergeht, sondern einfach zugehört und geschaut habe. Ohne Führerin hätte ich mich bestimmt verlaufen oder etwas Wichtiges verpasst. Dafür kann man auf eigene Faust so lange bleiben, wie man will, bei dem, was einen fesselt, während man in der Gruppe mit allen mitgehen muss.
Den Dogenpalast habe ich in zwei Stunden besichtigt, einschließlich Ponte dei Sospiri und einigen Zellen. Mich haben am meisten die Gefängnisse beeindruckt, weil man dort die Atmosphäre der Vergangenheit spürt. Man steht in einer winzigen Zelle mit einem Fenster wie ein Spalt und stellt sich vor, wie dort jemand monatelang gesessen hat. In den Hauptsälen ist es schön, Gold, bemalte Decken, aber man wird schnell müde von der Pracht. Hier dagegen ist der Kontrast komplett.
Die Warteschlange habe ich dank Museum Pass umgangen, den ich für zwei Tage für mehrere venezianische Museen gekauft hatte. Bin ohne Warten reingekommen, habe einfach die Karte gezeigt. Wenn du planst, noch was anderes außer dem Dogenpalast zu besuchen, ist dieser Pass günstiger als Einzeltickets.
Bin um halb neun gekommen, als sie gerade aufgemacht haben. Es waren kaum Leute da, und ich konnte in Ruhe fotografieren, ohne fremde Köpfe im Bild. In einer Stunde habe ich alle Haupträume durchlaufen, Aufnahmen von der Goldenen Treppe und dem Saal der Kompasse gemacht. Dann habe ich gesehen, wie gegen zehn Uhr die Touristengruppen anfingen zu kommen, und in den Sälen wurde es eng. Mein Zeitpunkt war perfekt, weil ich die Ruhe genießen konnte. Wenn du früh aufstehst, schafft man auch ohne Audioguide in einer Stunde alles Wichtige. Ich bin nicht ins Gefängnis gegangen, daher war ich schneller fertig.
Ich habe ein Ticket genommen, das noch mehrere Museen an der Piazza San Marco einschloss. Im Dogenpalast habe ich etwa drei Stunden verbracht, weil ich jede Beschreibung gelesen und mir die Gemälde von Tintoretto und Veronese angeschaut habe. Ich vertiefe mich gerne in Details, statt nur mit dem Blick drüberzulaufen. Habe auf den Bänken in den Sälen gesessen, mich ausgeruht und bin dann weitergegangen. Andere Besucher sind schnell vorbeigerauscht, ich aber habe mir Zeit gelassen. Die Geheimen Routen habe ich nicht mehr geschafft, weil die Plätze an dem Tag schon belegt waren. Dafür bin ich mit dem Gefühl rausgegangen, den Palast wirklich gesehen zu haben und nicht nur einen Haken drangemacht zu haben.
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