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Ich habe dort fast drei Stunden verbracht und trotzdem nicht alles in Ruhe anschauen können. Am meisten hat mich die Sala del Maggior Consiglio beeindruckt – dieser riesige Saal mit Tintorettos Deckengemälde, wo sich früher der venezianische Adel versammelt hat. Wenn man mitten im Raum steht, spürt man erst die wahren Ausmaße.
Geht unbedingt über die Ponte dei Sospiri, die berühmte Seufzerbrücke, die den Palast mit dem Gefängnis verbindet. Von dort hat man durch die Gitter Blick auf den Kanal, und man versteht, warum die Gefangenen geseufzt haben, als sie ein letztes Mal die Freiheit sahen.
Ich habe mich auch lange in der Sala dello Scrutinio aufgehalten, wo alte Weltkarten und Waffen ausgestellt sind. Die Gefängniszellen kann man ebenfalls besichtigen – feuchte, dunkle Räume, wo die Verurteilten eingesperrt waren. Der Kontrast zu den prunkvollen Sälen der Dogen ist wirklich überwältigend. Wenn ihr Tickets kauft, plant mindestens zweieinhalb Stunden ein, denn die Warteschlangen können lang sein, besonders am Eingang.
Wie lang sind die Warteschlangen normalerweise vor dem Dogenpalast? Wir planen, Mitte Juni zu kommen, das ist Hochsaison. Wie lange muss man ungefähr anstehen – eine halbe Stunde, eine Stunde, mehr? Oder kann man die Schlange umgehen, wenn man Tickets online kauft?
Helga
Mich hat vor allem die Architektur interessiert, deshalb habe ich mir extra einen Audioguide genommen und mich auf die Details konzentriert. Die Scala d’Oro, die goldene Treppe, ist wirklich beeindruckend – die Decke ist mit vergoldetem Stuck verziert, die Wände mit Fresken geschmückt. Über diese Treppe durften nur die wichtigsten Gäste der Republik aufsteigen.
Die Privatgemächer der Dogen sind weniger pompös als die Prunkräume, aber dort spürt man, wie diese Herrscher tatsächlich gelebt haben. Kleinere Zimmer mit Holzmöbeln, Gemälde mit religiösen Motiven. Im Saal der vier Türen, wo die Geheimpolizei gearbeitet hat, gibt es einen Briefkasten für Denunziationen – dort haben die Venezianer Zettel mit Anschuldigungen eingeworfen. All das schafft eine Atmosphäre von Intrigen und Macht, von der die Republik durchdrungen war.
Ich hatte nicht erwartet, dass es dort so eine große Waffensammlung gibt. In einem speziellen Saal sind Rüstungen, Schwerter, Armbrüste und sogar alte Feuerwaffen aus der Zeit der Venezianischen Republik ausgestellt. Ein Teil der Exponate sind Beutestücke, die in Kriegen gegen die Türken erbeutet wurden.
Außerdem gibt es mehrere große Globen und Seekarten, die zeigen, wie die Venezianer die Welt im sechzehnten Jahrhundert gesehen haben. Für mich war das eine unerwartet interessante Ergänzung zu den Prunkräumen, weil es die militärische Seite der Republik zeigt und nicht nur ihren Reichtum.
Wenn euch Kunst interessiert, ist der Palast eine wahre Schatzkammer. Ich bin extra wegen der Gemälde hingegangen und wurde nicht enttäuscht. Paolo Veronese hat die Decke in einem der Säle bemalt, und diese Fresken sehen so aus, als würden die Figuren gleich herunterfallen – die Perspektive ist unglaublich.
Jeder Saal hat sein eigenes Thema: Allegorien der Tugenden, Szenen aus der venezianischen Geschichte, biblische Episoden. Tintoretto hat hier ebenfalls seine Werke hinterlassen, darunter das riesige Gemälde „Paradies“ in der Sala del Maggior Consiglio. Es nimmt die ganze Wand ein und gilt als eines der größten Gemälde der Welt. Man steht davor und versucht, all die Hunderte von Figuren zu erkennen.
Ich habe ein Ticket für die spezielle Tour „Itinerari Segreti“ gekauft, die die verborgenen Teile des Palastes zeigt. Das ist ein separater Rundgang, nicht Teil der normalen Besichtigung. Wir wurden durch enge Korridore und Treppen geführt, die von der Verwaltung und dem Geheimdienst genutzt wurden.
Ich habe den Raum gesehen, wo der Rat der Zehn gearbeitet hat – das Gremium, das für die Staatssicherheit zuständig war. Dort ist es dunkel, die Wände kahl, die Atmosphäre überhaupt nicht repräsentativ. Dann haben sie uns noch Zellen unter dem Dach des Palastes gezeigt, wo im Sommer die Temperatur unerträglich hoch stieg. Der Guide hat Geschichten über Gefangenenausbrüche erzählt, unter anderem über Casanova, der es geschafft hat, über das Dach zu fliehen. Die Tour ist auf Englisch, man muss im Voraus buchen, weil es nur wenige Plätze gibt.
Zwischen den Sälen bin ich in den Innenhof des Palastes gegangen, und dort konnte man endlich mal durchatmen. Arkaden mit Säulen, Marmorskulpturen, und auf einer Seite sieht man die Lagune und die Insel San Giorgio Maggiore.
Dort sind normalerweise weniger Leute als in den Sälen, man kann also in Ruhe sitzen und einfach die Architektur auf sich wirken lassen. Die Fassade des Palastes ist von dieser Seite auch schön, wenn auch schlichter als die zum Platz hin. Ich habe dort meine besten Fotos gemacht, weil das Licht weich fiel und keine Touristenmassen im Bild waren.
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