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Ich bin schon mehrmals Gondel gefahren in Venedig und habe dabei eins gelernt: Trinkgeld ist nicht verpflichtend, wird aber sehr geschätzt. Der offizielle Tarif für eine Fahrt ist ohnehin schon ziemlich happig, so um die 80-100 Euro für vierzig Minuten, also bist du formal gesehen nichts schuldig. Aber wenn der Gondoliere nett über die Stadt erzählt hat, dir interessante Ecken gezeigt oder vielleicht sogar ein paar Lieder gesungen hat, dann ist es eine natürliche Geste der Dankbarkeit, den Betrag aufzurunden oder 5-10 Euro draufzulegen.
Beim letzten Mal hat uns unser Gondoliere durch stille Kanäle geführt, die man auf der Standardroute nicht zu sehen bekommt, und hat uns ein paar Geschichten über die venezianischen Paläste erzählt. Ich habe ihm zusätzlich zehn Euro gegeben, und er hat sich wirklich gefreut. Wenn die Fahrt allerdings ganz gewöhnlich war, ohne besonderen Service, kann man auch aufs Trinkgeld verzichten. Generell würde ich sagen: Geh nach deinem Gefühl nach der Fahrt.
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Es lohnt sich auch, die ausführlichen Artikel auf unserer Website zu lesen: Gondelfahrt Venedig: Lohnt es sich? (alles über Preise, die beliebtesten Routen und praktische Tipps für Touristen); Mestre, Venedig: Lohnt es sich? (ein ausführlicher Reiseführer durch den Stadtteil Venedigs mit Parks, Kirchen, Restaurants und praktischen Tipps für Touristen).
Sollte man dem Gondoliere Trinkgeld geben oder ist das nicht üblich? In verschiedenen Ländern ist das unterschiedlich, ich möchte nicht in eine peinliche Situation geraten. Wenn ja, wann gibt man es — gleich bei der Bezahlung oder am Ende der Fahrt?
Silke
Als ich letztes Jahr im Juni Gondel gefahren bin, hatte ich anfangs nicht vor, Trinkgeld zu geben, weil der Preis ja schon astronomisch war. Aber der Gondoliere war außerordentlich aufmerksam: Er hat mir beim Einsteigen geholfen, erklärt, wo welche Kirche steht, und sogar ein paar schöne Fotos mit meinem Handy gemacht. Nach so einem Service habe ich ihm fünf Euro extra gegeben, obwohl ich es nicht hätte tun müssen.
Wenn der Gondoliere einfach nur schweigend das Boot steuert und desinteressiert wirkt, dann ist Trinkgeld fehl am Platz. Du zahlst ja für die Fahrt selbst, und die zusätzliche Belohnung sollte verdient sein. Schau dir also die Situation an: Wenn du das Gefühl hast, dass sich die Person bemüht hat, deine Fahrt zu etwas Besonderem zu machen, dann unterstütze sie auch finanziell.
Ich hatte die Gondel über das Hotel bestellt, und dort wurde mir gleich gesagt, dass Trinkgeld gern gesehen wird, aber nicht verpflichtend ist. Während wir durch die Kanäle gefahren sind, hat der Gondoliere von seiner Arbeit erzählt und erwähnt, dass die Saison kurz ist und die Kosten für die Wartung des Bootes enorm sind. Mir wurde klar, dass dieser Beruf nicht einfach ist, auch wenn er von außen romantisch aussieht.
Am Ende der Fahrt habe ich ihm zehn Euro extra gegeben, weil er sich wirklich Mühe gegeben hat. Aber ich habe auch andere Touristen gesehen, die einfach nur den Tarif bezahlt und sich verabschiedet haben. Niemand hat sie dafür verurteilt, und der Gondoliere hat sich freundlich verabschiedet. Das System funktioniert also so: Wenn du dich für die Mühe bedanken willst — gib ein bisschen extra, wenn nicht — dann lass es, das ist dein gutes Recht.
Ich stand am Anlegesteg und habe auf meine Gondel gewartet, und dabei ist mir etwas Interessantes aufgefallen. Amerikaner haben fast immer Trinkgeld gegeben, oft sogar recht großzügig, während Europäer das seltener gemacht haben. Ein Italiener hat sich sogar mit dem Gondoliere über den Preis gestritten und gar nichts extra gegeben. Der Gondoliere war nicht beleidigt, hat sich einfach verabschiedet und die nächste Gruppe genommen.
Als ich an der Reihe war, habe ich mich entschieden, fünf Euro zu geben, weil der Mann höflich war und uns durch sehr malerische Gegenden geführt hat. Er hat sich bedankt, aber es gab nicht das Gefühl, dass er das erwartet hätte. Wahrscheinlich sind sie schon an die unterschiedlichen Gewohnheiten der Touristen gewöhnt und nehmen es nicht übel, wenn kein Trinkgeld kommt.
Als ich für die Fahrt bezahlt habe, habe ich dem Gondoliere einen Hundert-Euro-Schein gegeben, obwohl der Tarif neunzig war. Er hat gefragt, ob ich Wechselgeld brauche, und ich habe nein gesagt. Er hat gelächelt und sich herzlich bedankt. Anscheinend ist es für sie praktischer, wenn man einfach den Betrag aufrundet bei der Zahlung, statt separat Trinkgeld zu geben.
Generell, wenn du Bargeld dabeihast, ist das der einfachste Weg: Du siehst, dass sich jemand Mühe gegeben hat, und nimmst einfach das Wechselgeld nicht. Sie akzeptieren zwar auch Karten, aber dann muss man das Trinkgeld separat in bar geben, was etwas umständlich ist. Ich würde empfehlen, kleine Scheine dabeizuhaben, falls du dich beim Gondoliere für eine schöne Fahrt bedanken möchtest.
Ich war zweimal in Venedig: Einmal mitten im Sommer, das andere Mal Anfang Herbst. Im Sommer haben die Gondolieri fast wie am Fließband gearbeitet, die Warteschlangen waren riesig, und niemand hat sich besonders bemüht, die Touristen zu unterhalten. Da habe ich kein Trinkgeld gegeben, weil ich für das Geld mehr erwartet hatte.
Im Herbst war die Atmosphäre ganz anders. Weniger Touristen, der Gondoliere hat gesungen, Geschichten erzählt, gefragt, woher wir kommen. Nach so einer Fahrt habe ich ihm fünfzehn Euro extra gegeben, weil er wirklich Stimmung gemacht hat. Mein Rat also: Schau auf die Qualität der Dienstleistung, nicht auf irgendwelche Regeln. Wenn es dir gefallen hat, revanchiere dich.
Siehe auch weitere Antworten auf Fragen zu diesem Thema:
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