Wie werden die Gondeln in Venedig angetrieben?

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Wie werden die Gondeln in Venedig angetrieben?

Beste Antwort:

Die Gondel wird von einem einzelnen Gondoliere mit einem Ruder angetrieben, das auf Italienisch remo heißt. Ich habe das mehrmals von Brücken und Uferpromenaden aus beobachtet, weil ich die Technik unbedingt verstehen wollte. Das Ruder ist lang, fast vier Meter, und der Gondoliere führt es nur auf der rechten Seite des Bootes. Das sieht ungewöhnlich aus, denn normalerweise rudert man ja auf beiden Seiten.

Der eigentliche Clou ist die spezielle gebogene Halterung am rechten Bootsrand, die forcola genannt wird. Das Ruder liegt in einem besonderen Winkel darin, und der Gondoliere kann die Fahrtrichtung ändern, indem er das Wasser mit verschiedenen Bewegungen verdrängt. Manchmal taucht er das Ruder tief ein und führt es fast vertikal, manchmal macht er breite kreisende Bewegungen. Man erklärte mir, dass das Erlernen dieser Technik Jahre dauert, weil man die asymmetrische Konstruktion der Gondel ständig ausbalancieren muss.

Als ich selbst eine Fahrt machte, bemerkte ich, dass der Gondoliere leicht zur rechten Seite hin versetzt steht und die Richtung ständig mit kaum merklichen Handbewegungen korrigiert. Keine Motoren, keine zusätzlichen Ruder. Nur Können und ein einziges Ruder für alles.

Antwort hinzugefügt: 2026-06-12

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Frage:

Wie werden die Gondeln in Venedig angetrieben?

Wie werden die Gondeln in Venedig eigentlich gesteuert — haben sie einen Motor oder ist alles manuell? Ich habe auf Fotos Gondolieri mit langen Stangen gesehen, verstehe aber nicht, wie sie damit rudern. Ist das körperlich anstrengend oder gibt es da eine besondere Technik?

Sabine

Andere Antworten:

Körperliche Kraft und Gewicht des Ruders

Ich habe versucht, das Ruder einer Gondel anzuheben, als der Gondoliere es mir am Anleger näher zeigen ließ. Es wiegt etwa acht Kilo, vielleicht etwas mehr, und ist aus Buchenholz gefertigt. Es einfach in den Händen zu halten ist nicht schwierig, aber den ganzen Tag damit zu rudern – das ist eine völlig andere Geschichte. Der Gondoliere erzählte mir, dass er pro Schicht bis zu zehn Fahrten machen kann, jede zwischen zwanzig Minuten und einer Stunde.

Mich hat beeindruckt, wie präzise man die Kraft beim Abstoßen berechnen muss. Wenn zu schwach, bewegt sich die Gondel kaum. Wenn zu stark, dreht sie sich in die falsche Richtung. Alle Gondolieri, die ich gesehen habe, hatten kräftige Unterarme und breite Schultern. Das ist keine bloße Touristenattraktion, das ist körperliche Arbeit auf vollem Niveau.

Antwort hinzugefügt: 2026-06-09

Der asymmetrische Aufbau der Gondel

Die Gondel ist absichtlich asymmetrisch gebaut, die linke Seite ist etwa zwanzig Zentimeter breiter und schwerer als die rechte. Ich konnte lange nicht verstehen, wozu das nötig ist, bis ich eine Erklärung von einem Meister hörte, der Gondeln in einer Werft reparierte. Die Asymmetrie kompensiert den Druck des Ruders von der rechten Seite. Wäre die Gondel symmetrisch, würde sie ständig im Kreis gedreht werden.

Auch der Boden ist nicht flach, sondern leicht gewölbt, was es dem Boot ermöglicht, sanfter über das Wasser zu gleiten und in engen Kanälen zu manövrieren. Ich sah, wie ein Gondoliere unter einer niedrigen Brücke durchfuhr, sich kaum bückte, und das Boot dabei die Kanalwände nicht berührte, obwohl dort auf beiden Seiten nicht mehr als ein Meter freier Raum war.

Antwort hinzugefügt: 2026-06-03

Rudertechnik in engen Kanälen

In breiten Kanälen macht der Gondoliere lange ausholende Bewegungen, in engen Gassen zwischen den Häusern ist die Technik völlig anders. Ich fuhr genau solche engen Routen und sah, wie er sich mit dem Ruder von Hauswänden oder vom Grund des Kanals abstieß. Manchmal nahm er das Ruder gar nicht aus dem Wasser, sondern führte es einfach wie ein Steuerruder.

Was mich noch überraschte: An den engsten Stellen warnte der Gondoliere andere durch Rufen. Er rief so etwas wie „oè“, damit eine entgegenkommende Gondel wusste, dass jemand hinter der Kurve kommt. Dort gibt es keine Spiegel und keine Ampeln, nur Rufsignale und Erfahrung.

Antwort hinzugefügt: 2026-05-29

Warum keine Motoren verwendet werden

Motoren sind im zentralen Teil Venedigs gesetzlich verboten, außer bei Dienstbooten und den Wasserbussen vaporetto. Ich habe gelesen, dass man das schon im letzten Jahrhundert so festlegte, um die Fundamente der alten Gebäude zu schützen. Wellen von Motorbooten zerstören die Grundlagen der Paläste, die auf Holzpfählen stehen.

Die Gondeln sind dadurch die einzige Möglichkeit geblieben, die engen Kanäle aus der Nähe zu sehen, ohne der Stadt zu schaden. Wenn man in der Stille dahingleitet, hört man nur das Plätschern des Wassers und manchmal den Gesang des Gondoliere. Für mich war das überraschend ruhig, obwohl ringsum auf den Uferpromenaden viele Touristen unterwegs sind.

Antwort hinzugefügt: 2026-05-24
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