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Ich habe fast zwei Stunden im Dom verbracht, weil es dort so viel zu sehen gibt, dass man gar nicht weiß, wo man zuerst hinschauen soll. Das Erste, was einen nach dem Eintreten beeindruckt, sind die Buntglasfenster. Davon gibt es über fünfzig, einige stammen noch aus dem fünfzehnten Jahrhundert, und wenn die Sonne durchscheint, erfüllen farbige Reflexe den ganzen Raum. Ich stand unter diesen Gewölben und verstand plötzlich, warum die Menschen sechs Jahrhunderte für den Bau gebraucht haben.
Geht unbedingt zum Hauptaltar – dort steht ein goldener Tabernakel, und dahinter eine Madonna-Statue. Besonders beeindruckt hat mich der Gang hinunter in die Krypta, wo die Reliquien des heiligen Karl Borromäus in einem gläsernen Sarg aufbewahrt werden. Etwas gruselig, aber sehr außergewöhnlich.
Aufs Dach bin ich mit dem Aufzug für 14 € gefahren, obwohl man auch über die Treppe für 10 € hochkommt. Von dort sieht man alle Türmchen aus der Nähe und hat ein Panorama über Mailand. Im Sommer geht man besser morgens oder gegen Abend, weil es mittags auf der Terrasse unerträglich heiß wird.
Das könnte ebenfalls nützlich sein:
Wir empfehlen, vor dem Besuch des Doms Duomo in Mailand Offizielles Eintrittticket für den Dom selbst und die Dachterrassen ab 26 Euro zu reservieren; alternativ kann man auch Offizielles Ticket nur für die Dachterrassen (ohne Dombesichtigung) ab 19 Euro wählen.
Personen, die den Dom Duomo in Begleitung eines Reiseführers besichtigen möchten, empfehlen wir Vollständige Führung mit einer Dauer von 1,5–2 Stunden ab 39 Euro.
Empfehlenswert sind auch die ausführlichen Artikel auf unserer Website: Ausflüge von Mailand (Reiseführer zu den lombardischen Seen, historischen Städten, Venedig und alpinen Landschaften).
Was genau kann man im Mailänder Dom innen besichtigen? Gibt es außer der Kirche selbst noch etwas Interessantes — ein Museum, eine Terrasse, eine Krypta? Ich möchte verstehen, was ich in die Route einplanen sollte und was man eventuell auslassen kann, wenn die Zeit begrenzt ist.
Katharina
Kaum jemand weiß es, aber unter dem Duomo kann man zu einer Ausgrabungsstätte hinabsteigen, wo Überreste eines Baptisteriums aus dem vierten Jahrhundert zu sehen sind. Ich habe ein Kombiticket für 18 € gekauft, das den Dom, das Dach, das Museum und diese archäologische Zone umfasste. Anfangs wollte ich die Unterwelt auslassen, aber der Guide hat mich überzeugt, dass es sich lohnt. Dort sieht man Fundamente alter Basiliken, Mosaike, Mauerreste. Die Atmosphäre ist völlig anders als oben – kühl, still, man hat das Gefühl, echte Geschichte zu berühren. Geht dorthin nach der Besichtigung des Doms selbst, denn dann versteht man besser, worauf dieses Bauwerk steht. Warteschlangen gibt es dort fast keine, weil die meisten Touristen nichts davon wissen.
Als ich zum ersten Mal in den Dom kam, bin ich direkt zum Altar gegangen und hätte beinahe das Interessanteste verpasst. Unter einem der Buntglasfenster steht eine Statue des heiligen Bartholomäus, dem die Haut abgezogen wurde, und er hält sie in den Händen. Sieht schrecklich aus, aber sehr realistisch gemacht. Auf dem Boden gibt es auch einen Meridian mit Tierkreiszeichen – eine Sonnenuhr, bei der ein Lichtstrahl durch eine Öffnung im Gewölbe fällt. Ich war im Juni dort und habe gesehen, wie das funktioniert.
Die Skulpturen an der Fassade sind auch sehenswert, wenn man in der Schlange am Eingang steht. Es gibt dort Tausende, und jede hat ihre eigene Geschichte. Auf dem Dach zwischen den Türmchen kann man Chimären und sogar einen Boxer entdecken, weil die Restaurierungen in verschiedenen Epochen stattfanden und die Handwerker ihre eigenen Ideen hinzufügten.
Ich kam etwas überwältigt aus dem Duomo selbst und beschloss, ins Museum zu gehen, das sich im Palazzo Reale nebenan befindet. Dort werden die Originalstatuen aufbewahrt, die man an der Fassade durch Kopien ersetzt hat, damit sie nicht durch das Wetter zerstört werden. Habe Modelle des Doms gesehen, da versteht man erst das Ausmaß des Bauprojekts. Es gibt einen Raum mit Skizzen der Buntglasfenster, Werkzeuge der Baumeister, liturgische Gewänder. Das Museum ist nicht groß, ich habe es in einer Stunde durchlaufen, aber es ergänzt den Eindruck gut. Ein separates Ticket kostet 3 €, aber mit einem Kombiticket ist es günstiger. Die Klimaanlage funktioniert gut, angenehm sich nach der Hitze auf dem Platz abzukühlen.
Ich bin zufällig in eine Abendmesse geraten, schaute gegen sieben Uhr abends vorbei. Der Eintritt war frei, aber Touristen durften nicht herumlaufen, alle saßen auf den Bänken. Die Orgel erklang, und in dieser Akustik ist das wirklich beeindruckend. Ein Chor sang, die Stimmen hallten unter dem Gewölbe so wider, dass ich eine Gänsehaut bekam. Die Messe dauerte etwa eine Stunde, ich habe nicht alles verstanden, weil ich kein Italienisch spreche, aber die Atmosphäre war völlig anders als tagsüber inmitten der Menschenmassen mit Fotoapparaten. Wenn ihr den Dom nicht als Museum, sondern als aktive Kirche erleben wollt, kommt zum Gottesdienst. Zieht euch nur bescheiden an, sonst lassen euch die Wachen vielleicht nicht rein.
Ich habe beschlossen, nicht für den Aufzug zu zahlen und bin zu Fuß hochgestiegen. Es sind über zweihundert Stufen, eng, aus Stein, stellenweise dunkel. Dafür sieht man unterwegs die Konstruktion des Doms von innen, Bögen, Balken, man spürt, wie das alles funktioniert. Oben ist eine Terrasse mit Blick auf die Stadt, aber das Interessanteste ist der Spaziergang zwischen den Türmchen. Davon gibt es 135, und auf jedem steht eine Statue. Der zentrale Turm ist mit der goldenen Madonna gekrönt, man sieht sie von weitem. Ich bin dort etwa eine Stunde herumgelaufen, habe fotografiert, Details betrachtet. Es gibt Stellen, wo man im Schatten sitzen kann, denn die Sommersonne brennt erbarmungslos. Zieht bequeme Schuhe an, weil die Oberfläche uneben ist.
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